Parkett renovieren — abschleifen statt austauschen.
Kratzer, Laufstraßen, matte Stellen: Meist muss Parkett nicht raus, sondern abgeschliffen und neu geölt oder lackiert werden. Hier steht, wann sich das lohnt und wie Sie es selbst machen.
Walzenschleifmaschine, Randschleifmaschine und Einscheibenmaschine leihen Sie direkt bei uns in Munderkingen.
Wann sich eine Renovierung lohnt
Parkett ist langlebig, zeigt mit den Jahren aber Spuren des Alltags. Abschleifen und neu behandeln lohnt sich, wenn
- tiefe Kratzer, Dellen oder Druckstellen sichtbar sind,
- die Oberfläche matt oder abgelaufen wirkt,
- Verfärbungen durch Sonnenlicht oder Feuchtigkeit auftreten,
- die Versiegelung beschädigt ist und nicht mehr schützt.
Je nach Nutzung ist das nach etwa 10 bis 15 Jahren der Fall. Mit Kindern, Haustieren oder in stark begangenen Bereichen auch deutlich früher.
Wie oft ein Boden abgeschliffen werden kann, hängt an seiner Nutzschicht. Massivparkett verträgt mehrere Renovierungen, Fertigparkett nur wenige. Wer früh renoviert, erhält Optik und Wert des Bodens.
Parkett abschleifen — Schritt für Schritt
Geschliffen wird in drei Gängen mit immer feinerer Körnung: 36, 60 und 100. Ränder und Ecken bearbeiten Sie in jedem Gang zusätzlich mit der Randschleifmaschine.
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Schritt 1
Raum und Boden vorbereiten
Möbel und Teppiche raus, Sockelleisten abnehmen, damit Sie bis an die Wand schleifen können. Den Boden gründlich reinigen: Steinchen und grober Schmutz verderben das Schleifbild und das Schleifpapier. Hervorstehende Nägel und Schrauben versenken.
Legen Sie alles bereit, was Sie brauchen: Maschinen, Schleifmittel, Fugenkitt und Öl oder Lack.
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Schritt 2 Körnung 36
Grobschliff diagonal zur Maserung
Mit der Walzenschleifmaschine und 36er Körnung tragen Sie alten Lack, Öl, Schmutz und Kratzer ab. Der erste Gang läuft diagonal zur Holzmaserung, so gleichen Sie Höhenunterschiede zwischen den Elementen aus.
Die Maschine immer in Bewegung halten und gleichmäßig arbeiten, sonst entstehen Schleifkuhlen.
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Schritt 3 Körnung 60
Zwischenschliff längs zur Maserung
Der zweite Gang läuft längs zur Maserung. Er glättet die Spuren des Grobschliffs, beseitigt verbliebene Unebenheiten und ebnet Fugenkitt ein, mit dem Sie Fugen geschlossen haben.
Von diesem Schliff hängt die Qualität der späteren Oberfläche maßgeblich ab.
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Schritt 4 Fugenkitt
Fugen schließen
Den Fugenkitt mit dem Schleifstaub aus dem 60er-Schliff anmachen und mit dem Spachtel auftragen, sodass er die Fugen füllt. Weil der Staub vom eigenen Boden stammt, passt der Kitt farblich zum Holz.
Den Kitt so lange trocknen lassen, wie der Hersteller angibt.
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Schritt 5 Körnung 100
Feinschliff für eine glatte Fläche
Der letzte Gang, wieder längs zur Maserung, mit gleichmäßigem Druck und sauberer Bahnführung. Er nimmt die Kittreste von der Oberfläche, entfernt die Spuren des Zwischenschliffs und bereitet das Holz auf Öl oder Lack vor.
Welche Körnung zuletzt richtig ist, richtet sich nach dem Öl oder Lack, den Sie verwenden. Maßgeblich ist das Datenblatt des Herstellers.
- Schritt 6
Gründlich absaugen
Feiner Schleifstaub setzt sich in Poren und Fugen und stört die Haftung von Öl oder Lack. Saugen Sie den ganzen Raum mit einem leistungsstarken Industriestaubsauger ab, auch Randzonen, Ecken und Fugen.
Nicht feucht wischen: Feuchtigkeit stellt die Holzfasern auf. Danach ist der Boden bereit für Öl oder Lack.
Werkzeug und Material
Die Maschinen müssen Sie nicht kaufen. Walzen-, Rand- und Einscheibenmaschine leihen Sie bei uns, das passende Verbrauchsmaterial gibt es im Shop.
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Schleifmaschinen
- Walzenschleifmaschine für die Fläche
- Randschleifmaschine für Kanten und Ecken
- Einscheibenmaschine für den Zwischenschliff geölter oder lackierter Flächen
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Schleifmittel
Schleifbänder und Schleifscheiben für Grob-, Zwischen- und Feinschliff.
Schleifbänder & Schleifscheiben -
Fugenkitt
Schließt offene Fugen zwischen den Parkettelementen. Wird mit dem Schleifstaub aus dem Zwischenschliff angemacht und mit dem Spachtel aufgetragen.
Fugenkitt -
Öl oder Lack
Die neue Oberfläche nach dem Feinschliff. Welche zu Ihrem Boden passt, steht im nächsten Abschnitt.
Lack & Öl -
Staubsauger
Ein Industriestaubsauger fängt den Schleifstaub auf und hält den Raum sauber, bevor Öl oder Lack aufgetragen wird.
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Schutzausrüstung
Atemschutzmaske, Gehörschutz, Schutzbrille und Arbeitshandschuhe sind beim Schleifen Pflicht.
Öl oder Lack?
Nach dem Schliff entscheiden Sie, wie der Boden geschützt wird. Beide Wege haben ihre Stärken.
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Lack
Pflegeleicht und strapazierfähig. Versiegelt die Oberfläche vollständig und eignet sich für starke Beanspruchung.
Parkettlack -
Öl
Natürlich und atmungsaktiv. Betont die Holzstruktur und lässt sich stellenweise leicht ausbessern.
Parkettöl & Parkettwachs
Unser Tipp: Für Wohnräume mit normaler Nutzung ist geöltes Parkett oft die bessere Wahl. In stark beanspruchten Bereichen empfehlen wir Lack oder ein 2K-Ölsystem.
Mehr zum Unterschied lesen Sie in der Kategorie Lack & Öl. Wie Sie den fertigen Boden reinigen und pflegen, zeigt unser Ratgeber Parkett reinigen & pflegen.
Häufige Fragen zum Parkett renovieren
Kann ich Parkett selbst abschleifen?
Ja. Mit dem richtigen Werkzeug, etwas Geduld und einer guten Anleitung ist das gut machbar. Viele unserer Kunden leihen die Maschinen dafür bei uns: im Maschinenverleih.
Wie oft kann man Parkett abschleifen?
Das hängt an der Stärke der Nutzschicht. Jeder Schliff trägt etwa 0,3 bis 1 mm Holz ab.
- Massivparkett wie Stab-, Mosaik- oder Fischgrätparkett lässt sich je nach Dicke bis zu 8- bis 10-mal abschleifen.
- Fertigparkett mit einer Nutzschicht von etwa 2,5 bis 6 mm in der Regel 1- bis 3-mal.
Ist die Nutzschicht zu dünn, droht Durchschleifen. Im Zweifel lassen Sie den Boden von einem Fachbetrieb beurteilen. Regelmäßige Pflege und frühes Ausbessern kleiner Schäden zögern das Abschleifen hinaus.
Welche Schleifkörnungen braucht man?
Drei Gänge mit steigender Feinheit:
- Grobschliff mit Körnung 36: entfernt alten Lack, Klebereste und tiefe Kratzer.
- Zwischenschliff mit Körnung 60: egalisiert die Fläche und bereitet den Feinschliff vor.
- Feinschliff mit Körnung 100: für eine glatte Oberfläche vor dem Ölen oder Lackieren.
Je stärker Schäden und Altbeläge, desto gröber muss der erste Gang sein. Der schrittweise Übergang zu feineren Körnungen verhindert Riefen und Schleifspuren.
Was tun bei tiefen Kratzern oder Beschädigungen?
- Einzelne tiefe Kratzer: mit farblich passender Holzpaste oder Wachsreparaturstiften ausbessern und anschließend versiegeln.
- Größere Schäden: die Stelle abschleifen und neu ölen oder lackieren, sofern die Nutzschicht reicht.
- Schwere Schäden: einzelne Parkettstäbe durch einen Fachbetrieb austauschen lassen. Bei Massivparkett ist das gut möglich.
Sehen Sie sich den Schaden vor jeder Maßnahme genau an: Eine unsachgemäße Reparatur kann den Boden weiter beschädigen oder Farbunterschiede hinterlassen. Das passende Material finden Sie unter Reparatur von Parkett & Laminat. Filzgleiter unter Möbeln beugen neuen Kratzern vor.
Weitere Ratgeber
Unsicher, ob Ihr Boden noch genug Nutzschicht hat?
Wir beraten Sie zu Ihrem Boden, zur passenden Maschine und zum richtigen Öl oder Lack. Telefonisch Montag bis Freitag von 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr oder per E-Mail.